04 April 2018

Therapie und Prävention Gleichgewicht

Stürze in Privathaushalten sind die häufigsten Unfallursachen. Vor allem bei Senioren kann ein einfacher Sturz eine schwere Verletzung verursachen und zur Unselbstständigkeit führen.

Doch Sturzprophylaxe ist deshalb noch lange nicht nur ein Thema für die ältere Generation!

Jeder Dritte über 65 Jahre fällt ein Mal pro Jahr schwer. Etwa 15 Prozent der Stürze haben eine Verletzung zur Folge, zehn Prozent müssen hospitalisiert werden und drei Prozent erleiden einen Knochenbruch. Die Sturzgefahr nimmt mit zunehmenden Alter und abnehmender Fitness deutlich zu. Ein großer Teil dieser Stürze ließe sich aber vermeiden.
 
Wichtig ist deshalb so früh wie möglich vorzubeugen. Die beste Prophylaxe ist, das Gleichgewicht zu schulen, um weniger schnell die Balance zu verlieren. Wenn Sie spüren, dass die Kraft oder das Gleichgewicht abnehmen, können Sie dies durch gezielte Übungen oder generell durch mehr Bewegung auffangen. Denn um die Balance zu halten ist ein komplexes Zusammenspiel aus Muskulatur, Gleichgewichtssinn und Sehen nötig. Je besser alle drei Bereiche funktionieren, desto seltener kommt es zu Stürzen.
 
Unsere „Alltags-Tipps“ zur Sturzprophylaxe:

  1. Auf Zehenspitzen stehen: Stellen Sie sich am Tag öfter mal auf die Zehenspitzen. So kräftigen Sie die gesamte Beinmuskulatur.
  2. Auf einem Bein stehen: Gewöhnen Sie sich an, die Zähne auf einem Bein zu putzen. So trainieren Sie Ihre Kraft und gleichzeitig das Gleichgewichtsorgan.
  3. Training auf instabiler Unterlage: Stellen Sie sich auf ein zusammengefaltetes Handtuch oder eine eingerollte Yogamatte. Schließen Sie die Augen und versuchen Sie ein paar Sekunden lang ein Bein zu heben. Bitte achten Sie darauf, dass Sie sich notfalls sofort an einem Stuhl oder Ähnlichem festhalten können. Sicherheit geht vor!
  4. Auf einer Linie laufen: Verbessern Sie Ihr Gleichgewicht im Gehen und laufen Sie auf einer Linie wie beim Alkoholtest. Ist dies zu einfach, dann schließen Sie die Augen oder schauen in den Himmel. 

Generell gilt: Jede Bewegung ist gut. Prinzipiell geraten wir bei jedem Schritt aus dem Gleichgewicht, welches der Körper dann wieder herstellt. Je häufiger er das tun muss, desto besser.