17 Dezember 2018

Urlaub , Sport und Fitness

— geschrieben von Johannes Wadle, salvea Idar-Oberstein

Auch der schönste Urlaub muss zu Ende gehen...

Und dann geht alles recht schnell. Weil es plötzlich so schnell ging, erzählen wir die nächsten Tage im Zeitraffer: Durch Nebel und aufliegende Wolken steigen wir am nächsten Tag hoch zum Timmelsjoch, das die Grenze zu Italien darstellt. Manche Einheimische würden das anders sehen – nämlich dass das Timmelsjoch die Grenze zu Südtirol darstellt – nicht zu Italien. Sei’s drum.

Oben angekommen gönnen wir uns erst mal einen kleinen Mittagssnack bevor wir tiefer nach Südtirol absteigen.

Jetzt zeigt sich, wie wichtig eine gute Ausrüstung ist – denn nach dem Sonnenschein am Pass beginnt es sehr schnell zu regnen und ein unangenehm kalter Wind pfeift durch das Tal. Gut, wenn man den Rucksack so gepackt hat, dass man mit wenigen Griffen Regenhose, Regenjacke und Mütze parat hat. Wir laufen als Schildkröten weiter.

Tierisch

Ein paar Kilometer weiter begegnen wir zwei wesentlich kamerascheueren Gesellen. Zwei Ziegen verkrümeln sich demonstrativ unter die Sitzgruppe und würdigen uns keines Blickes. Kein gutes Zureden, nichts hilft. Da ich die Ziege nicht mit Namen genannt habe und auch ihr Gesicht nicht zeige, entschließe ich mich auf das Formblatt zur EU-Datenschutzrichtlinie zu verzichten. Pffff...

Lecker

Woran merkt man, dass man in Italien ist? Wenn der Kaffee bei der Mittagsrast mit Vornamen Espresso heißt und so schmeckt, als würde man zum allerersten Mal Kaffee trinken.

Die restlichen Wandereindrücke zur Pfandleralm spare ich mir. Füße, Steine, Gras, Füße, Steine, Gras. Manchmal auch in umgekehrter Reihenfolge. Kurz: Anstrengend, aber alles lief gut. Sollte ab jetzt ja wohl kein Problem mehr sein.

Und woran merkt man, dass man in Südtirol ist? Wenn der Teller aus Holz besteht und das Abendessen mit einem Wort zu beschreiben ist: Zünftig.

Meran sehen und schwitzen

Okay, den Spruch vom Vortag mit dem „sollte ja jetzt wohl kein Problem mehr sein“ vergessen wir jetzt mal wieder. Wir ersetzen ihn mit einem anderen Zitat des letzten Tages: „Also Meran muss man sich schon verdienen. Einfach ankommen ist nicht.“ Korrekt.

Es folgt noch einmal ein anstrengender Schlussanstieg. Den muss man sich echt verdienen. Dann aber münden wir auf eine Art Panoramawanderweg ein und laufen an Bergflanken entlang. Nach gefühlt zwei Stunden lacht uns die Mahdalm entgegen, wo wir unser letztes (schnief) Mittagessen auf einer Alm einnehmen werden. Bevor es uns aber zu wohl wird gibt es auch gleich noch eine schlechte Nachricht: Die Gondelbahn, die uns nach Meran herunter bringen sollte fährt heute nicht. Selbst laufen macht schön! Wie war das? Meran muss man sich verdienen. Weiter geht es! Frohgemut!

Der Weg nach unten wird ein bisschen melancholisch. Bekannte Eindrücke aus der letzten Woche sagen adieu: Nadelbäume, Latschen (die Pflanzen!!!), saftig grüne Wiesen, plätschernde Bachläufe und alte Holzhütten und Mühlen, die mit ihrer braunrötlichen Holzfarbe etwas Urwüchsiges ausstrahlen.

An der Mittelstation der arbeitsunlustigen Seilbahn warten wir auf den Bus, der uns ins Tal nach Meran bringt. Wir setzen das letzte Mal den Rucksack ab.

Und dann sind wir da. Meran, über 30 Grad im Schatten. Vergessen sind die einstelligen Temperaturen auf den Hütten: Italienische und deutsche Sprache gleichzeitig, Feigenbäume, Palmen.

Wir haben es geschafft. Ein Jahr Vorbereitung, unzählige Kilometer und tausende Höhenmeter für den Moment, in dem aus einer Idee Erinnerungen werden.

Nun ist es also geschafft. Sie können ja mal schauen, ob Sie sich von mir nächste Woche genauso pieken und herausfordern lassen wollen, wie es der Patient damals für mich getan hat. Sozusagen als Geschenk zum Heiligabend. Machen Sie was draus!

 

Ein Teil des Bildmaterials für diesen Blog wurde uns freundlicherweise durch den Fotografen Andi Schwing zur Verfügung gestellt. Viele Dank! Mehr von ihm finden Sie auf Instagram unter andi.schwing.

Resis Kollegin blockiert den E5. Da sie recht einsilbig war konnten wir nur vermuten, dass die Kühe streiken. Vermutlich die Milchpreise.
Mmmhhhhh ...
Endlich: Meran in Sicht!
Ciao, auf Wiedersehen!
Das Mahnmal der unbekannten Wade.