26 September 2017

Allergien Pollen

Dem Einen tränen die Augen, der Andere muss ständig niesen, der Nächste bekommt Herzrasen, ein Weiterer hat Juckreiz und wieder ein Anderer bekommt Atemnot – vielleicht auch alles zusammen oder es erwarten ganz andere Symptome.

Die Rede ist von Allergien. Viele Menschen sind davon betroffen, sei es vom typischen Heuschnupfen oder Allergien gegen Schimmelpilzsporen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Insektenstiche und, und, und.

Eine Möglichkeit, sich das Leben mit einer solchen Überempfindlichkeit zu erleichtern, kann eine spezifische Immuntherapie, eine sogenannte Hypo- oder Desensibilisierung sein. Die Behandlung ist langwierig – aber bietet dafür auch langfristige Möglichkeiten.
 
Wie funktioniert diese Therapie? Der behandelnde Arzt spritzt seinem allergischen Patienten in regelmäßigen Abständen kleine Mengen des individuellen Allergie-Auslösers. Anfangs wird wöchentlich die Dosis erhöht, bis die gewünschte Maximalmenge erreicht ist. Verträgt der Betroffene diese Dosis ohne Nebenwirkungen, geht die Behandlung in die sogenannte Erhaltungstherapie über. Dabei bekommt der Patient die Spritzen nur noch monatlich. So lernt der Körper, dass die Stoffe, auf die er „mit Verteidigung“ reagiert, gar nicht schädlich sind. Die starke, „übertriebene“, Reaktion des Immunsystems auf den ursächlichen Auslöser lässt immer weiter nach.
 
Meist dauert die gesamte Behandlung drei Jahre (die Therapie gegen Insektengift-Allergie bis zu fünf Jahre). Dabei wird zwischen der „klassischen“, fortlaufenden Form und der „prä-saisonalen“ Kurzzeit-Variante, bei der lediglich in den Monaten vor der Pollenflugsaison gespritzt wird, unterschieden.
 
Doch so ganz ohne ist diese Behandlung nicht. Einerseits kommt nicht jeder für eine solche Desensibilisierung in Frage. So schließen beispielsweise eine Schwangerschaft oder einige Vorerkrankungen diese Therapieform aus. Auf der anderen Seite können natürlich allergische Reaktionen bei der Behandlung auftreten. Das geht von lokalen Reaktionen wie Juckreiz, Anschwellen oder Rötungen der Einstichstelle bis hin zu einem möglichen anaphylaktischem Schock. Und um sicherzustellen, dass in einem solchen – wenn auch seltenen – Fall schnell Hilfe zur Stelle ist, muss der Patient nach Erhalt der Spritze noch mindestens eine halbe Stunde in der Praxis bleiben.
 
Natürlich sind die Vorteile der Desensibilisierung nicht von der Hand zu weisen. Einer ist, dass nicht die Symptome, sondern die Ursache der allergischen Reaktion bekämpft wird. Und das langfristig. Ein weiterer Vorteil: auch das Fortschreiten der Erkrankung, beispielsweise das Entstehen von Asthma oder neuer Allergien, wird aufgehalten.