10 Juli 2018

Kinder , Therapie und Prävention

Können Sie sich noch daran erinnern, wie Ihr erster Schultag war? Der aller erste Schultag bedeutet für die lieben Kleinen nicht nur der Beginn eines neuen Lebensabschnittes, sondern auch jede Menge Veränderungen.

Neben einem geregelten Tagesablauf darf der richtige Schulranzen natürlich nicht fehlen. Doch während für die Kinder besonders ein cooles Design der ausschlaggebende Punkt ist, zählen für die Eltern viel mehr Ergonomie, Sicherheit, Größe und Gewicht.

Deshalb veranstalten wir in unseren salvea-Standorten Gelsenkirchen, Hofheim, Idar-Oberstein und Krefeld schon seit einigen Jahren den Schulranzentag an. An diesem Tag bieten wir allen Müttern und Vätern mit ihren Kindern die Gelegenheit, den richtigen Schulranzen für das zukünftige i-Dötzchen zu finden. Dabei wird spielerisch durch das Laufen über eine Wippe, das Balancieren über Klötzchen oder das Hüpfen durch zwei Ringe beobachtet, wie der Tornister sitzt, ob er beim Vorbeugen hochrutscht oder das Kind beim Laufen behindert. Zum Vergleich werden verschiedene Modelle ausprobiert. Unsere geschulten Physiotherapeuten beobachten die die Kinder dabei sorgsam und geben nützliche Tipps und Hinweise, damit Haltungsschäden und Rückenschmerzen schon frühzeitig vermieden werden können.

Hier schon mal vorab ein paar Tipps: Was muss ich beim Schulranzen beachten?
Der perfekte Schulranzen. Die Norm DIN 58124 legt fest, wie dieser auszusehen hat. Der Grundstein für einen gesunden Rücken wird bereits in der Kindheit gelegt. Das Tragen von ungeeigneten Schulranzen kann schon früh zu Haltungsschäden und Beschwerden führen. Und auch die Sicherheit im Straßenverkehr darf nicht außer Acht gelassen werden. Nachfolgend wird erklärt, worauf beim Ranzenkauf zu achten ist.

1: Katzenaugeneffekt
Für einen sicheren Schulweg ist es ganz entscheidend, dass der Schulranzen bei Tag und bei Nacht sowie bei jedem Wetter gut sichtbar ist. Achten Sie deshalb darauf, dass der Ranzen genügend retroreflektierende Flächen mit dem Katzenaugeneffekt hat – sowohl auf der Rückseite, an den Seitentaschen und vorne an den Trägern. Werden diese von Autoscheinwerfern angestrahlt, erstrahlen Sie im Dunkeln. 

2: Signalfarben
Zusätzlich zu den Reflektoren haben gute Schulranzen große orangefarbige oder gelbe Flächen. Das heißt, ähnlich wie Warnwesten sollen die Schulranzen fluoreszieren und so auch am Tag und bei Dämmerung leuchten. Fragen Sie deshalb im Geschäft nach Modellen, die die Schulranzennorm komplett einhalten. 

3: Seitentaschen

Die Seitentaschen sollten genügend Platz für Trinkflasche und Brotdose bieten. Läuft nämlich zum Beispiel die Flasche aus, werden so nicht sofort alle Bücher und Hefte nass. Außerdem müssen auch hier Reflektoren angebracht sein. Idealerweise sind sie aus fluoreszierendem Material.

4: Schultergurte

Das ganze Gewicht liegt auf den Schultern. Deshalb ist es wichtig, dass die Schultergurte gut gepolstert sind. Damit sich das Gewicht besser verteilen kann, sollten die Gurte mindestens vier Zentimeter breit sein. Achten Sie auch darauf, dass sie nicht zu lang sind, ansonsten können sie unangenehm unter den Achseln reiben.

5: Riemen

Achten Sie darauf, dass die Riemen nicht zu lang sind. Trägt Ihr Kind den Schulranzen am Griff, kann es bei zu langen Bändeln eventuell stolpern. Praktisch ist es, wenn sie sich oben an den Gurten einhaken lassen.

6: Rückenpolster

Um Rückenproblemen vorzubeugen, sollte der Schulranzen ergonomisch geformt und gut gepolstert sein. Dabei sollte er an mehreren Stellen am Rücken anliegen und nicht über die Schultern hinausragen. 

7: Deckel

Für den Deckel ist es wichtig, dass er sich leicht und vor allem weit öffnen lassen kann. Zudem muss der Deckel stabil sein, damit er jedes Schulabenteuer unbeschadet mitmacht.

8: Tragegriff

Achten Sie darauf, dass der Schulranzen einen gepolsterten Tragegriff hat. Er sollte weit genug sein und möglichst oben auf dem Deckel angebracht sein, damit er nicht am Nacken scheuern kann.

9: Standfestigkeit

Machen Sie den Test: leer oder voll, der Ranzen darf nicht kippen. Nehmen Sie ein paar Bücher mit zum Schulranzenkauf, dann gehen Sie auf Nummer sicher.

10: Schadstoffe

Weichmacher, die oft in Plastik zu finden sind, können krebserregend sein. Bei den gängigen Schulranzenmarken konnte Stiftung Warentest allerdings keine gefährlichen Stoffe mehr nachweisen. 

Schulranzen richtig tragen

Der richtige Schulranzen muss passen und bequem sein. Die richtige Passform (das Verhältnis zu Körpergröße / gutes Anliegen im Rücken) ist sehr wichtig, um die Wirbelsäule zu entlasten. Zusätzlich darf der Ranzen nicht zu schwer beladen werden. Anderenfalls neigt das Kind eine schlechte Haltung einzunehmen, indem es das Gewicht durch eine vorgebeugte Haltung ausgleicht. Eine Faustregel, die es unbedingt zu beachten gilt, lautet deshalb: Der gefüllte Schulranzen darf zehn Prozent des Körpergewichts Ihres Kindes nicht übersteigen. 

Ihr Kind sollte von Anfang an lernen, wie wichtig es ist, den Ranzen mit beiden Gurten (auf gleicher Länge und nicht zu tief) zu tragen. "Wird ein schwerer Ranzen mit nur einem Gurt über eine Schulter getragen, führt dies zum Hochziehen der belasteten Schulter und zum seitlichen Ausbiegen der Wirbelsäule zur Gegenseite. Infolge eines zu schweren oder falsch getragenen Schulranzens kommt es also zu einer asymmetrischen Belastung der Wirbelsäule und - daraus folgend - zu muskulären Verspannungen." (familie.de)

Viele Schulen bieten mittlerweile Schließfächer an, um schwere Dinge nicht immer mit hin und her schleppen zu müssen. Hierüber sollten Sie sich bei dem/der Klassenlehrer/in Ihres Kindes erkundigen. Ferner sollten Sie Ihrem Kind von Anfang an vermitteln, dass es seinen Ranzen nur mit dem Nötigsten ausstattet. Heißt, am Abend vor dem Unterricht sollte nur das Material eingepackt werden, das das Programm am nächsten Tag verlangt. Alles Übrige sollte nicht unnötig mitgeschleppt werden.