22 Oktober 2018

Mann und Frau , Gesund leben Hormone

Die Wechseljahre sind für viele Frauen kein leichtes Thema. Es ist eine Zeit, in der sie ihren Körper neu kennenlernen und verstehen müssen.

Aber nicht nur die Frauen sind betroffen - auch Männer kommen in die Wechseljahre. Was Ihnen helfen kann, diese Zeit etwas angenehmer zu gestalten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wenn sich der Hormonhaushalt der Frau mit Beginn der Wechseljahre (Klimakterium) umstellt, leiden viele an unangenehmen Nebenwirkungen. Hitzewallung, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen bis hin zur Depression oder Stoffwechselstörung sind einige der Symptome, die das Leben der Frau schwer machen können. Dies ist vor allem auf den Rückgang des Hormons Östrogen zurückzuführen.
 
Hormonersatztherapie oder Sport?
Das häufigste Mittel gegen Wechseljahrbeschwerden ist eine Hormonersatztherapie (HFT), die mit der künstlichen Hormonzufuhr eine Linderung der Symptome erreicht. Allerdings ist diese sehr umstritten und es gibt Untersuchungen, die ein erhöhtes Brustkrebsrisiko zeigen.*

Zahlreiche wissenschaftliche Studien in den vergangenen Jahren belegen nachweislich den positiven Effekt, dass sportliche Bewegung zusätzlich zur Linderung der Wechseljahrbeschwerden beitragen kann. So sorgt Sport z.B. langfristig für eine Stabilisierung des vegetativen Nervensystems, wodurch eine Abnahme von Schweißausbrüchen und Pulsrasen erzielt werden kann.
Ebenfalls wirkt sich Sport positiv auf Knochen und Gefäße aus. Durch den abnehmenden Östrogenspiegel besteht ein erhöhtes Risiko, an Osteoporose zu erkranken. Ein Muskelaufbautraining z.B. setzt Reize in Form von Muskelkontraktionen, woraufhin neue Knochenmasse gebildet wird und die Knochen stabilisiert. Empfohlen wird, sich regelmäßig dreimal die Woche für 30 bis 60 Minuten zu bewegen.
 
Und was ist mit der Ernährung?
Der Stoffwechsel wird von Jahr zu Jahr immer langsamer, was zur Folge hat, dass der Energiehaushalt der Frau abnimmt. Im Durchschnitt benötigt eine Frau über 50 Jahre nur noch ca. 1.700 kcal, wenn sie einer sitzenden Tätigkeit nachgeht. Jetzt sollten ganz bewusst das Ess- und Bewegungsverhalt im Auge behalten und ggf. die Ernährung umgestellt werden.
 
Und was ist mit den Herren der Schöpfung?
Ja, auch Männer kommen in die Wechseljahre! Die Folgen der Andropause beim Mann sind zwar nicht so deutlich und heftig wie bei einer Frau, aber dennoch spürbar. Ihnen fallen die Haare aus, sie nehmen zu, die Muskeln schwinden und die Knochen schmerzen. Auch schlafen sie nachts schlecht oder schwitzen, haben weniger Lust auf Sex oder leiden unter Erektionsstörungen.

Die Wechseljahre können somit eine Partnerschaft vor eine harte Bewährungsprobe stellen, wenn das Verständnis für hormonbedingte schlechte Laune oder die mangelnde Lust im Bett fehlt. Es empfiehlt sich daher, ganz offen über den Seelenzustand und die neu aufkommenden Bedürfnisse zu sprechen. So lassen sich Wege und Lösungen finden, wie Frau und Mann gemeinsam mit der entsprechenden Situation umgehen können.


*Quelle: Korsten-Reck u.a.: Postmenopause und Sport. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin 6/2006)