22. Juli 2019

salvea

Vier Pfoten für Menschen mit Demenz

Am Wochenende des 15./16. Juni konnten 15 „Mensch-Hund-Teams“ die zweite Schulungsreihe des Hundebesuchsdienstes „4 Pfoten für Sie“ erfolgreich abschließen. Die Praxistage waren verbunden mit der Erlangung des Hundeführerscheins.

Wichtige Themen für den Besuchsdienst waren Grundgehorsam, Interaktion zwischen Mensch und Hund mit Rollenspielen zum Besuchsdienst, praktische Übungen für den Hundeführerschein und Hilfsmitteltraining.

Zum Hintergrund

Hunde können eine heilsame Wirkung haben. Dies zeigt sich eindrucksvoll bei Menschen mit Demenz. „Wenn ein Hund diese Menschen besucht, dann wird der Blick wieder klarer, sie wollen einen Napf mit Wasser holen oder dem Hund eine Wurst zu fressen geben, obwohl die eigenen Bedürfnisse nicht mehr beachtet werden, möchte man sich gut um den Hund kümmern“, erzählt Rebecca Weidemann.

Unerlässlicher Partner für die erfolgreiche Entwicklung des Besuchsdienstes ist die salvea-Stiftung, die ausgewählte gesellschaftliche Projekte fördert und in diesem Fall wesentlich mitfinanziert.

Bereits die Infoveranstaltungen und Schulungen wurden in enger Abstimmung mit und in den Räumen der salvea-Stiftung von den Eheleuten Rebecca & Thomas Weidemann und ihrer Kollegin Frau Yeardley durchgeführt. Frau Weidemann ist seit 2015 Sozialarbeiterin der Gerontopsychiatrie und Psychotherapie im Alexianer Krankenhaus und Herr Weidemann arbeitet seit 2012 für salvea als Sport- und Gymnastiklehrer in derselben Klinik.

Das Konzept „4 Pfoten für Sie“

Viele Menschen haben im Laufe ihres Lebens positive Erfahrungen mit Tieren gemacht. Sie vermitteln uns Wärme, spenden Trost und geben Anlass zur Freude. Bei Menschen mit Demenz können tiergestützte Aktivitäten die Kontaktaufnahme erleichtern, emotionales Wohlbefinden steigern, die Wahrnehmung und die Bewegung anregen. Hunde scheinen für diese Aufgabe besonders gut geeignet zu sein, da sie sehr menschenbezogen und anpassungsfähig sind. Zudem gehen sie vorbehaltlos auf Menschen zu, können beruhigend, aktivierend oder aufmunternd wirken. Im Verlauf einer Demenzerkrankung wird die verbale Verständigung immer schwieriger. Das nonverbale Ausdrucksverhalten von Hunden kommt der zunehmend emotionaleren Kommunikationsebene von Menschen mit Demenz sehr entgegen. So gelingt es, über die Begegnung mit Hunden Gefühle und Erinnerungen zu aktivieren, die Nähe und Kontakt ermöglichen.

Aufgrund der Erkrankung und der damit verbundenen intensiven Betreuung können Menschen mit Demenz und ihre Familien häufig keine eigenen Haustiere mehr halten. Die zunehmende soziale Isolation und motorische Einschränkungen erschweren diese Begegnung. Tiergestützte Therapien sind für die Zielgruppe kaum verfügbar oder kostenaufwendig. „4 Pfoten für Sie“ schließt hier eine Lücke. Der ehrenamtliche Hunde-Besuchsdienst ermöglicht Menschen mit Demenz (wieder) den Kontakt zu Hunden und bietet Angehörigen eine stundenweise Entlastung.

Die Hunde-Besuche werden von geschulten ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern aus der Region durchgeführt. Sie bringen den Menschen Lebensfreude und Lebensqualität in den Alltag. Dabei steht das Prinzip von Normalität im Vordergrund. Sie gehen mit Menschen mit Demenz spazieren oder führen gemeinsame Aktivitäten, wie Streicheln, Bürsten, Spielen oder Füttern, in der Wohnung durch. Diese Aktivitäten regen Erinnerungen an, unterstützen die Motorik und fördern die (Sinnes-) Wahrnehmungen der Erkrankten.

Die Begleitung erfolgt stundenweise und Angehörige können diese Zeit für eigene Aktivitäten nutzen. Konzeptträgerin der Marke „4 Pfoten für Sie“ ist die Alexianer Köln GmbH.

Schulung von 15 „Mensch-Hund-Teams“ für den Besuch von Menschen mit psychischen Alterserkrankungen, hier zum Abschlusstraining auf der großen Wiese des Konrad-Adenauer-Platzes, vor dem Haus der salvea stiftung.